Geheimnisse beim DXen

Dies ist die übersetzte Kopie eines Artikels von Jim Duffey, KK6MC, (alias Dr. Megacycle), der auf der KK6MC-Homepage unter "Thoughts on Working DX" veröffentlicht ist.
Linie Ich möchte Dir ein paar Geheimnisse beim DXen verraten. Ich bin kein eifriger DXer, versuche es aber zu erreichen, wenn ich es höre. Hier sind einige Tipps, die ich nützlich finde. Sie können auf Deine Situation zutreffen oder nicht, doch ich hoffe, jemand findet sie nützlich.
 
Falls Du noch nicht Bob Lochers (W9KNI) Buch über DXen besitzt, so solltest Du Dir ein Exemplar besorgen. Es ist randvoll mit guten Tipps. Bei einer oberflächlichen Suche in meiner Amateurfunk-Bibliothek (verteilt über drei unterschiedliche Orte des Hauses) fand ich mein Exemplar nicht (wo habe ich es nur gelassen?), jedoch bin ich mir sicher, dass jemand Dir den genauen Titel nennen kann. Es ist randvoll mit Tipps für das Erreichen von DX.
 
Sei möglichst oft auf den Bändern, auch wenn diese in schlechter Verfassung sind. Wenn Du Schwierigkeiten damit hast, so überliste Dich selbst und stecke jedesmal 1 € in ein Sparschwein, wenn Du Dich an die Station setzt. In anderthalb Jahren kannst Du auf diesem Weg das Geld für einen K2 zusammensparen.
 
Begebe Dich zu unmöglichen Zeiten auf die Bänder. So kannst Du eine Stunde früher zu Bett gehen und dafür eine Stunde früher aufstehen und so zum Sonnenaufgang funken. Du kannst dann andere Bänder nutzen und es sind andere DX-Stationen zu finden. Oder probierst es mal mit der Greyline-Ausbreitung. Anstatt nach einem Ausflug am Freitag oder Samstag schlafen zu gehen, bereitest Du Dir eine große Tasse Kaffee, gehst "on air" und funkst die nächsten Stunden.
 
Fast jeder DXer wird Dir erzählen, dass Hören der Schlüssel zum DXen sei. Da stimme ich zu, jedoch musst Du lernen, richtig zu hören. Du musst mit einem Zweck hören. Entwickle einen Hörplan. Ich beginne auf dem höchsten geöffneten Band, da dort die Dämpfung am geringsten ist und eine QRP-Station die besten Chancen für das Erreichen eines Kontaktes hat. Dort beginne ich am unteren Ende des Bandes und gehe weiter nach oben. Höre jeder Station auf dem Band zu. Stelle fest, wo die Station ist und mit wem die Station spricht. Eine inländische Station zu finden, die mit DX arbeitet ist fast so gut wie eine gefundene DX-Station. Höre auf Kennzeichen für DX; schwache Signale, flatternde Signale, Signale mit einer schlechten Aussendung (keine klugen Anmerkungen von denen von euch, die in Tuthill waren) und aufgeregte inländische Station beim Arbeiten eines neuen Landes. Nachdem Du von einem Ende des Bandes zum anderen gegangen sind, höre in Rückwärtsrichtungen noch einmal. Wenn ich dann nach einigem Auf und Ab auf dem Band kein neue DX-Station entdeckt habe, schalte ich auf ein anderes Band um. Nicht jede DX-Station hat ein Pile-Up, also denke ich, dass diese Hörweise wirkungsvoller ist.
 
Es ist von Vorteil, wenn Du Dir eine Liste der erreichten, eine der mit einer QSL-Karte bestätigten und eine der auf den Bändern gehörten Stationen anfertigst. Das kann auf Papier geschehen oder mit einem Computerprogramm erfolgen. Falls Du eine benötigte Station hörst aber nicht erreichst, so solltest Du sie Dir trotzdem merken und ihre Frequenz notieren, sodass Du sie später nochmals suchen kannst.
 
DXer haben wie Du und ich Gewohnheiten. Wenn er zu einer bestimmten Zeit auf einem bestimmten Band war, ist die Chance sehr groß, das er an einem anderen Tag zur gleichen Zeit wieder auf diesem Band ist.
 
Zu wissen, wann man hören sollte, ist hilfreich. Wenn Du kein Ausbreitungprogramm verwendest, schlage ich Dir den Erwerb und das Verwenden vor. Es erklärt Dir, wann ein Band statistisch wohin geöffnet ist. Es bringt nicht viel auf einem Band nach DX zu suchen, wenn es kein DX ermöglicht. Nutze auch die NCDXF-Baken um festzustellen, wann ein Band wohin öffnet.
 
Wenn es einen DX-PR-Cluster in Deiner Nähe gibt, überwachen ihn auf DX-Alarme. Diese Informationen sind auch im Internet, jedoch nicht so beschränkt, vorhanden, sodass Du Dich durch mehr Meldungen durcharbeiten musst, um etwas nützlich zu finden. Bevor die DX-Meldungen dort auftauchen, zeigen viele Stationen DX auf dem lokalen Relais an oder geben einem Freund einen Telefonanruf darüber, das ein "new one" auftauchte. Du kannst auch von einem begeisterten DXer in Deiner Nähe etwas erhalten, um Dir auf diese Weise zu helfen.
 
Es ist auch ein guter Grund, Deine Lizenz aufzustocken, da es mengenweise DX in den untersten 25 kHz gibt und eine hohe CW-Geschwindigkeit nicht mehr länger für die Lizenz erforderlich ist.
 
Wie Du im IARU-Contest herausfandest, sind Wettbewerbe eine gute Quelle für DX-Stationen. Dreizehn an einem Wochenende stellen ein gutes Ergebnis dar. Es gibt einige DX-Wettbewerbe im Herbst, die bessere Bedingungen aufweisen sollten. Wenn Du nach Ländern suchst, so gestalte den Contest nicht nach den normalen Regeln für Dich. Suche und stürze Dich nur auf jene Stationen, von denen Du noch keine QSL-Karte hast. In den Anfangsphasen des Wettbewerbs sind die Pile-Ups entsetzlich, aber Du kannst etwas Glück besonders auf den höheren Bändern haben. Am Ende des Wettbewerbs kämpfen die Conteststationen, sogar die seltenen, um Kontakte und es gibt relativ wenig Konkurenz um sie.
 
Einige Wettbewerbe sind besser als andere für "new ones" geeignet. Der ARRL-DX-Contest ist gut, da dabei die ganze Welt die USA erreichen will. Die CQ-DX-Conteste sind gut, da sie an Feiertagwochenenden stattfinden, sodass Du Deinen Schlaf während des Contestes planen kannst. Wenn das 10-m-Band geöffnet ist, ist der ARRL-10-m-Contest sehr ergiebig für "new ones".
 
Viele der großen Contester bauen ihre Stationen einige Tage vor dem Wettbewerb auf. Deshalb kannst Du sie dann schon häufig erreichen. Dies trifft teilweise für jene Ostküsten-DXer zu, die in die Karibik fahren und dort von exotischen Inseln mit speziellen Stationen während der Wettbewerbe aktiv sind.
 
Einige große Conteststationen bestätigen nicht alle Contest-QSOs. Daher erreiche die Länder, von denen Du keine QSL-Karte besitzt so oft wie Du kannst (natürlich auf unterschiedlichen Bändern) in der Hoffnung, das Du wenigstens eine QSL-Karte erhälst.
 
Viele Contester betreiben Multi-Multi-Stationen, die auf jedem Band rund um die Uhr aktiv sind, egal ob das Band offen ist oder nicht. Daraus kannst Du Nutzen ziehen und in der Lage sein, sie zu Zeiten auf einem langen Pfad zu erreichen, zu denen das Band normalerweise nicht geöffnet ist und daher nicht viel Betrieb herrscht. Es überrascht, wohin 10 m um 3 Uhr morgens (Ortszeit) geöffnet sein kann und jemand dort aktiv ist.
 
Ein Querdenker zu sein hilft auch etwas während des Contestes. Ein großer Wettbewerb entfernt eine Menge Konkurrenz auf den Wegen. DX-Stationen auf den WARC-Bändern während populärer Veranstaltungen zu suchen, ist eine gute Strategie. Da die meisten begeisterten Contester auch DXer sind und die Konkurrenz gegangen ist, bleiben die DX-Stationen noch dort, da sie nicht die Veranstaltung verfolgen können! Dies funktioniert auch während der richtigen Conteste; jene DX-Stationen, die keine Contester sind, benutzen normalerweise noch die WARC-Bänder. Die Konkurenz ist verringert, da sich die meisten der möglichen Konkurrenten im Contest befinden.
 
DXpeditionen können nützlich sein. Aber ich würde das Erreichen auf den letzten Teil der DXpedition konzentrieren, da die "big guns" dann schon diese Station erreicht haben.
 
In einem Wettbewerb oder bei einer DXpedition würde ich der Gegenstelle nicht sagen, dass ich eine QRP-Station benutze. Die ist eine zusätzliche Informationen für sie. Sie versucht jedoch, so schnell wie möglich viele Stationen in ihr Logbuch zu bekommen. Daher verzögert sie die QRP-Information nur.
 
Die WARC-Bänder sind gute Jagdreviere, da sie weniger mit DX-Verfolgern als die normalen Bänder bevölkert scheinen und es scheinbar viel DX auf diesen Bändern gibt. 10 MHz oder 30 m ist ein besonders gutes Band für QRP-DXen. Die Leistungsbegrenzung auf 250 W und die Tatsache, dass die meisten Stationen bescheidene Antennen haben, bedeutet, dass der Unterschied zwischen den lautesten Stationen und den schwächsten nicht so groß auf dem Band ist.
 
Oft ist DX im SSB-Teil des Bandes zu hören, wenn nichts im CW-Bereich zu hören ist. Wenn Du neue Länder erreichen willst, würde ich auch SSB zusätzlich zu CW benutzen. Ich weiß, es hört sich wie Ketzerei an, aber es ist wahr. Wenn Du das DXCC erreichen willst, ist eines im gemischten Mode genauso gut wie eines nur in CW.
 
Ich würde z.B. mit EZNEC einen Blick auf das Abstrahldiagramm Deiner Antenne riskieren, um zu sehen, ob sie irgendwo eine Nullstelle aufweist. Du kannst eine DX-Station nur erreichen, wenn Du ein Signal in die Richtung der DX-Station erzeugen kannst. Abhängig von der benutzten Antenne kannst Du eine Keule auf einem Band und eine Nullstelle auf einem anderen Band abstrahlen. Das kann Dich dazu anregen, eine andere Antenne aufzubauen, die eine Nullstelle auffüllt.

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